Ernährung im Alter
Senioren leiden häufig an Mangelernährung. Im Alter verlangsamt sich der Stoffwechsel, die Muskelmasse nimmt ab. Der Körper benötigt dennoch die gleiche Menge an Vitaminen und Mineralstoffen.
Von einer Mangelernährung wird gesprochen, wenn bestimmte Nährstoffe fehlen oder
in zu geringer Menge vorhanden sind. Zu diesen Nährstoffen zählen neben ausreichend Energie auch Proteine, essentielle Fettsäuren, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.
Wir empfehlen Ihnen energiereiche Lebensmittel, z.B. Sahnejoghurt, Sahnequark oder Milchreis. Vollfette Milchprodukte mit 3,5 % Fett und Käse über 45 % Fett erhöhen ebenfalls die Energiezufuhr. Das gleiche gilt für Wurst und Fleischwaren. Speisen wie Suppen, Saucen und Kartoffelpüree können Sie mit Fett, beispielsweise mit Butter, Sahne bzw. Creme fraîche, oder hochwertigen Ölen wie Rapsöl und Olivenöl anreichern. Zusätzlich helfen Getränke wie Malzbier oder Frucht- und Gemüsesäfte den Energiebedarf zu regulieren.
Wenn der Appetit nachlässt, gestalten Sie das Essen so attraktiv wie möglich. Da auch das Geschmacksempfinden schwächer wird, sollten die Speisen aromatisch und vielseitig
gewürzt sein. Achten Sie immer darauf, dass die Lebensmittel einfach zu kauen und zu schlucken sind.
Senioren müssen viel trinken! Etwa 1,5 Liter täglich. Mineralwasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees oder Fruchtsaftschorlen sind besonders geeignet. Zudem können Sie mit wasserreichen Lebensmitteln, z. B. Tomaten, Gurken oder Melonen, sowie Suppen die Flüssigkeitszufuhr ergänzen.
Mindestmengen, die von einem Senior täglich aufgenommen werden sollte:
- 1 warme Mahlzeit
- 1 Portion Obst

- 1 Portion Gemüse oder Salat
- 1 Glas Milch und Joghurt, Quark oder Käse
- 1 Scheibe Vollkorn- oder Vollkornschrotbrot
- 1 Liter Flüssigkeit (Säfte, Mineralwasser, Suppe, Tee, Kaffee)
- 1 Stück Fleisch, Fisch oder Eier
Weitere Aspekte zur Sicherung der Ernährung:
- Angemessene Abstände der Mahlzeiten
- Appetitanregende Vorspeise oder Getränke
- Vermeidung von unnötigen Diäten
- Ess- und Trinkhilfen
- Angenehmes Ambiente
- Vermeidung störender Faktoren
- Aktive Beteiligung des alten Menschen beim Essen und Trinken
- Ggf. ergänzende Therapie (Logopädie, Ergotherapie, Krankengymnastik, Schmerz- und Krankheitsbehandlung, Zahnarzt)
Tipps zur Nahrungsaufnahme für bettlägerige Menschen
Quellen:
aid Infodienst, Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) (Hrsg): Senioren in der Gemeinschaftsverpflegung, Bonn 2007.
Menebröcker, C.: „Mangelernährung: Ernährungsstatus bestimmen und Maßnahmen ergreifen", Vortrag der DGE Fortbildungsveranstaltung „Is(s)t im Alter alles anders?", Stuttgart, Mai 2006. (www.fitimalter-dge.de)
Heseker, H.: „Ernährung bei Untergewicht und ihre Umsetzung in Senioreneinrichtungen", Abstract der DGE Fortbildungsveranstaltung „Is(s)t im Alter alles anders?", Hannover, Juni 2005. (www.fitimalter-dge.de)
Stand: DGE 08/2007
Bundesministerium für Gesundheit: „Pflegen zu Hause. Ratgeber für die häusliche Pflege", Berlin, September 2008. (www.bmg.bund.de)
Weitere Medien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. finden Sie unter
Weitere Informationen rund um das Thema Ernährung erhalten Sie auch auf der Internetseite
www.ernaehrung.de/tipps/alter/
www.aid.de/ernaehrung/senioren.php
Fotos: Pixelio/Klaus Steves
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