Wirtschaftliches Aus von Palliativ‐Pflegediensten abgewendet
Die Berliner Krankenkassen und die ambulanten palliativen Pflegedienste in Berlin haben sich jetzt auf eine neue Vergütungsstruktur der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) geeinigt.
Sowohl die Mitgliederversammlung des SAPV Netzwerks Pflege, in dem
die Pflegedienste zusammengeschlossen sind, als auch die Gremien der
betreffenden Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigungen haben
der Einigung inzwischen zugestimmt.
„Wir sind sehr froh über die
ausgesprochen zügige und konstruktive Verhandlung, die wir in den
vergangenen Wochen mit den Krankenkassen zur Rettung der ambulanten
Palliativpflege in Berlin geführt haben“, so Heiko Kretschmer,
Pressesprecher des Berliner Aktionsbündnisses Ambulante Palliativpflege.
Mit der schnellen Einigung ist es gelungen, den Zusammenbruch von
Teilen der palliativen Versorgung Berlins abzuwenden und damit die
Zukunft der Unternehmen zu sichern. Gleichzeitig ist die Einigung ein
wichtiger Schritt zur Sicherung einer flächendeckenden Versorgung in
Berlin. Die derzeit bestehenden Versorgungslücken in mehreren
Stadtteilen können nun gedeckt und Betroffene in ganz Berlin unabhängig
vom Wohnort zu Hause betreut werden. Die Pflegedienste betrachten es als
Erfolg des Berliner Aktionsbündnisses Ambulante Palliativpflege (BAAP),
dass die Krankenkassen ungewöhnlich schnell zu einer Einigung bereit
waren.
„Das Ergebnis dieser Verhandlungen gibt uns
Planungssicherheit. Zugleich sind aber wichtige strukturelle und auch
rechtliche Fragen weiterhin offen und strittig. Mit den Verhandlungen
haben wir jedoch eine gute Grundlage gelegt, um nun eine vertiefte
inhaltliche Diskussion mit allen Beteiligten zu beginnen“, so Sven
Francke, Geschäftsführer der elysion Palliative Pflege GmbH und Mitglied
des Sprecherkreises des Berliner Aktionsbündnisses Ambulante
Palliativpflege. Sobald die formalen Zustimmungen der ärztlichen
Vertragspartner Home Care e.V. und der Kassenärztlichen Vereinigung
vorliegen, tritt die Einigung mit Wirkung zum 1. Juli dieses Jahres in
Kraft und hat mindestens bis Ende 2012 Bestand.
„Im nächsten
Schritt muss die Finanzierung der Berliner Palliativpflege auch im
bundesweiten Vergleich standhalten können“, gibt Heiko Kretschmer einen
Ausblick. Derzeit liegt die Vergütung der ambulanten Palliativpflege in
Berlin mehr als 20 Prozent unter der Vergütung anderer Bundesländer.
Sprecherkreis Berliner Aktionsbündnis Ambulante Palliativpflege
Sven Francke, Cornelia Klingner, André Graff
Pressekontakt:
Heiko Kretschmer
Pressesprecher Berliner Aktionsbündnis Ambulante Palliativpflege
c/o Johanssen + Kretschmer GmbH
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